„In Schääna schneischt`s …“
Die Entstehungsgeschichte dieses geflügelten Wortes, mit dem Schönauer selbst im Hochsommer gegrüßt werden, deutet auf die ausgeprägte Geschäftstüchtigkeit eines ehemaligen Schönauer Gastwirtes hin.
Der „Lochmüller“, der mit seiner „Lochmühle“ (heute Landheim des Lessinggymnasium Mannheim) ein attraktives Wochenenddomizil aufweisen konnte, war während eines Winters Anfang des letzten Jahrhunderts über den ausbleibenden und fehlenden Schnee traurig, der sonst die Münchelstraße in eine kilometerlange Ski- und Rodelstrecke verwandelte und ihm klingende Münze in die Wirtshauskasse seiner am Fuße des Münchels stehenden Gaststätte bescherte.
Insbesondere die „Großstädter“ aus Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen trafen sich in den Wintermonaten dort regelmäßig zum Schlitten- und Skifahren und kehrten dabei auch beim „Lochmüller“ ein.
Zwar fehlte es in dem besagten Winter an Schnee, nicht jedoch an Idee und Einfallsreichtum des Lochmüller`s. Dieser ließ in die Stadtzeitungen ein Inserat einstellen: „In Schääna schneischt`s … - Ski und Rodel gut !“ … und scharenweise kamen die Städter mit ihren Skiern und Schlitten.
Obwohl vom „Lochmüller“ genarrt, hatten diese Verständnis für diesen Werbegag und feierten trotz des fehlenden Schnees das Wochenende in der „Lochmühle“, so dass der Wirt mit seiner Anzeige – auch ohne Schnee – den ersehnten Erfolg hatte.
(entnommen aus Bildkalender „Spaziergang durch das Klosterstädtchen Schönau – Band II“ von Philipp Krämer)
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Gegenüber dem Münchel und oberhalb der ehemaligen „Lochmühle“, dem heutigen Landheim des Lessinggymnasiums Mannheim, liegt der „Schafbuckel“. Dort entstanden am 30.12.2005 diese winterlichen Aufnahmen …
Presseartikel aus Wochen-Kurier vom 08. März 2006
Der „Ascheberger Maulaff“ …
… eine hölzerne Spielfigur aus 1778 !
Für die Schönauer gibt es ja bekanntermaßen den (Orts-)Necknamen des „Maulaffen“.
Einen eindeutigen Nachweis, wie dieser Begriff entstand und woher dieser kommt, gibt es bis heute nicht, wenn auch im Büchlein „Ortsnecknamen“ beschrieben ist, dass „ böse Zungen in vergangenen Tagen behauptet hätten, dass die Schönauer auf Bänken und „Schdaffle“ (Treppen) vor ihren Häusern gesessen wären und Maulaffen feil gehalten haben. Mit diesem Ausdruck bezeichnete man Menschen, die beim Zuhören und Zuschauen den Mund aufsperren …“
Anders ist dies mit dem „Ascheberger Maulaff“ (Ascheberg = Aschaffenburg), dessen Herkunft eindeutig geklärt ist.
Dort steht im Schlossmuseum im Schloss Johannisburg das Original dieser dort sehr populären Figur (eine Kopie befindet im Park Schönbusch in Aschaffenburg).
Beschrieben wird ihre Herkunft und Bedeutung wie folgt:
„Im Schlossmuseum befindet sich eine fast lebensgroße Figur (1,65 m) mit weit geöffnetem Mund. Der so genannte Maulaff, 1778 von den Bildhauern Hoffmann und Baumgärtner aus Holz geschaffen, ist eine karikierende Darstellung eines Spessart-Bauern in Tracht des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Ursprünglich diente er als Zielfigur im „Tal der Spiele“ im Park Schönbusch der feinen Gesellschaft zur Belustigung. Die Spieler mussten versuchen, einen Ball in das weit geöffnete Maul zu werfen, der dann - falls getroffen wurde - durch eine Röhre an der Hinterseite der Figur wieder heraus sprang.
Später wurde er in das Museum verbannt und übernahm dort die Rolle des „etwas perplexen, begriffsstutzigen Gaffers“.
Zu großer Berühmtheit gelangte der Maulaff in Aschaffenburg insbesondere durch einen Fastnachter (Günter Kolb), der erstmals 1952 in die Figur des Maulaffs schlüpfte und alljährlich über die Aschaffenburger Politiker und ihre Taten glossierte.
Das Motiv findet sich bis heute auf zahlreichen Darstellungen und taucht als „Mauläffchen“ noch heute im Museumspädagogischen Dienst der Stadt Aschaffenburg auf.
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Vielleicht besuchen Sie ja mal diese - sehenswerte und gut gearbeitete - Figur im Schlossmuseum des Schlosses Johannisburg in Aschaffenburg, falls Sie sich gerade in der Nähe befinden.
Beabsichtigt ist auch, dass der Seniorenausflug des kommenden Jahres - auf den Termin Mittwoch, 13. Juni 2007 möchten wir jetzt schon hinweisen - die Möglichkeit der Begegnung mit dieser Figur bietet.
Stadt Schönau
- Philipp Krämer, Bmstr. -