Das Herrenrefektorium ist um 1230 erbaut worden. In der Frühzeit des Klosters stand dort ein kleineres.
Das Gebäude ist im spätromanischen Stil mit frühgotischen Elementen erbaut. Die Baumeister kamen aus dem Ursprungsland der Zisterzienser, aus Burgund. Von dort stammt die vollendete Gewölbebaukunst, die diesen Raum in seiner Einmaligkeit zu einem der wertvollsten Klostergebäude in Deutschland macht.
Vier Säulen teilen den Raum in zehn Gewölbe. Die Säule am Eingang hat eine achteckige Form, die übrigen Säulen sind rund. An der Westseite befindet sich ein Anbau, der heute als Sakristei genutzt wird.
In ihm befand sich die Treppe, über die eine Steinkonsole erreicht werden konnte, die eine Art Kanzel (Lektorium) darstellte. Auf diesem Lektorium wurden während der Mahlzeiten fromme Lesungen gehalten, wie es die Regel der Zisterzienser vorschrieb.
An der Südseite des Raumes unter zwei Rundfenstern befindet sich ein Dreisitz mit schön gearbeitetem Schnitzwerk. Er stammt aus dem Chorgestühl der Klosterkirche. An einer Seite befindet sich die Darstellung des Heiligen Sebastian.
An der Vorderseite ist ein Löwe mit dem Wappen der Kurpfalz dargestellt. Über dem Dreisitz befindet sich in einer Gewölberippe eine Rosette mit Bohrung. Durch sie führte ein Strick zum Läuten einer Glocke. In zwei Zwickeln des Gewölbes ist ein schriftlicher Hinweis, dass Abt Ehrhard im Jahre 1491 die Kirche ausmalen und bunte Glasfenster einsetzen ließ. Die Glasgemälde sind nicht mehr zu sehen. Als Vorlage zu diesen ehemaligen Glasfenstern könnten die zehn Federzeichnungen gedient haben, die sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg befinden und die Klostergeschichte beschreiben.